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Wettbewerb: Abholung ab 19.5.bis 30.6.2020

Taschen – Ikonen & Wertanlagen

Geschichte eines zeitlosen Accessoires

19. Oktober 2019 – 5. April 2020

Der Liebling der Frauen kann klein oder gross sein, weich oder hart, am Henkel getragen werden oder am Riemen über der Schulter. Mit glänzenden Goldkettchen verziert oder schlicht und elegant – die Handtasche.

Dass Taschen Kultobjekte für Frauen sind, ist nicht immer so gewesen. In früheren Zeiten konnten Beutel und Säckchen von Männern wie Frauen getragen werden. Damals trug man Taschen recht praktisch am Gürtel oder auch als Umbindetaschen unter der ausladenden Kleidung.
Langsam entwickelte sich in der Modegeschichte die Tasche für beide Geschlechter zur reinen Damenhandtasche. Als enge Chemisenkleider aus hauchdünnem Musselin aufkamen, blieb gar keine andere Wahl, als die Beutel in die Hand zu nehmen oder am Arm zu tragen.
Es dauerte noch einige Zeit, bis 1875 die Handtasche mit Henkel eingeführt war. Die Damen gewöhnten sich nun schnell daran, immer eine Tasche am Henkel mitzutragen.
Im 20. Jahrhundert erlebten die Handtaschen dann ihren grossen Boom. Sie wurden zu absoluten Kultobjekten und Ikonen, wie die sogenannte Kelly Bag. Einige der grossen, stilbildenden Taschendesigner wie Louis Vuitton, Hermès, Gucci oder Prada waren aus dem Sattlergewerbe hervorgegangen und hatten ursprünglich luxuriöses Reisegepäck hergestellt.
Dass die Handtasche als Symbol für Weiblichkeit und als Objekt weiblichen Begehrens gilt, hat viel mit Modeinszenierungen zu tun.
Bei allem historischen Wandel ist etwas gleich geblieben: Die Tasche ist ein höchst persönlicher Gegenstand. Sie ist das Behältnis, in dem wir aufbewahren und mit uns nehmen können, was zu uns gehören soll.
Diese Ausstellung mit rund 400 Exponaten ermöglicht einen Einblick in die frühe Geschichte der Taschen ab 1550 aus Stoff, Gobelin, Perlen und Leder. Die Reise endet mit exklusiven und ausgefallenen Laufstegtaschen von zeitgenössischen Designern und Künstlern, darunter Teile der angesagten Úna Burke, verspielte Objekte von Stasha Chimbur oder die luxuriösen Taschen von Ming Ray aus London. Das Bild wird abgerundet mit Taschen-Kunstobjekten, wie der Arbeit aus Alabaster von Barbara Ségal oder dem Werk des niederländischen Konzeptkünstlers Ted Noten, beides Einzelstücke.
In Kooperation mit Frau Liza Snook vom Virtual Shoe Museum in Den Haag sind in Basel Arbeiten von über 40 namhaften Designern und Künstlern aus 14 Ländern zu sehen. Dazu noch Leihgaben von Privatsammlern, Galerien und zwei Museen aus den Niederlanden, darunter einige auserlesene Taschen vom Tassenmuseum Amsterdam.
Kurzum, die Ausstellung ist der Himmel auf Erden für Handtaschenliebhaber und nur in Basel zu sehen.

Die frühe Geschichte eines Accessoires
Frauen sind von jeher Sammlerinnen, und so kann man sich gut vorstellen, dass bereits die Neandertalerin vor der Frage stand: Wie soll ich die ganzen Beeren in die Höhle bringen? So kam zum ersten Mal eine Tasche zum Einsatz.
Die ersten angefertigten Taschen bestanden daher mit grosser Wahrscheinlichkeit aus Häuten und wurden an einen Stock gebunden, um darin Nahrungsmittel oder Feuersteine zu transportieren. Im Lauf der Zeit wurden für die Beutel Gurte entwickelt, um sie um die Hüfte zu tragen. Das hatte den Vorteil, dass die Hände frei waren. Diese Form der Hüfttasche wurde von den Bewohnern des antiken Roms und danach bis zu den Kreuzzügen getragen, und zwar sowohl von Männern als auch von Frauen. Ab dem 13. Jahrhundert wurden die Beutel mit Metallgestellen ausgestattet, um ihnen mehr Stabilität zu geben und sie zu vergrössern. Diese Fertigungsweise war bis ins 15. Jahrhundert üblich und nur anhand der Verzierungen am Gürtel und des Inhalts war zu unterscheiden, ob die Tasche einem Mann oder einer Frau gehörte.
Während des 15. Jahrhunderts kamen erstmals zierlichere Taschen in Form des Almosenbeutels auf. Sie zeugten von Reichtum und Wohlstand. Oft waren sie mit Perlen und Schnüren verziert und wurden an einer Kette am Gürtel befestigt. Grosse, derbe Beutel zeugten währenddessen von harter Arbeit und wurden hauptsächlich von Bauern benutzt.
Im 16. und 17. Jahrhundert kamen beutelförmige Taschen auf, wurden aber seltener getragen.
Verbreiteter waren ein oder zwei unter dem weiten Rock versteckte Täschchen, die durch einen Schlitz im Rock zu erreichen waren. Diese Art von Taschen – auch auf dem Unterrock aufgenäht – waren sehr lange üblich und sind bei Trachtenkleidern noch heute zu finden.
Die Männer trugen immer häufiger Taschen an den Kleidern, sodass sie keine Beutel mehr brauchten. Damit hat sich die Frau als Taschenträgerin endgültig gegen die Männer durchgesetzt.

Die Tasche kommt an die Hand
An der Tasche lässt sich viel über die jeweilige Zeit, die verwendeten Materialien und Formen, die Mode sowie über frühere Sitten und Gebräuche ablesen. Sie zeugt vom Fortschreiten der Emanzipation, von kunsthistorischen Strömungen und dem Wandel der Dekorationstechniken ebenso wie von ökonomischen und technischen Entwicklungen. Von der praktischen Bügeltasche bis hin zum schicken Rucksack, vom Retikül bis zur Schultertasche: Jedes Modell war ein Situationsbericht über das alltägliche Leben.
Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Damenkleider zarter, der Empire-Stil entstand und somit entfiel die Möglichkeit, die Taschen unter der Kleidung zu tragen. Das Retikül bahnte sich seinen Weg ans Damenhandgelenk. Diese Weiterentwicklung des Stoffbeutels, feiner gearbeitet und verziert sowie mit einer Schlaufe oder einem Henkel ausgestattet, konnte in der Hand getragen werden. In den ersten Jahren wurde das Retikül von der Presse noch sehr ungnädig behandelt.
Aber spätestens um 1805, als Frauen das Mieder als Oberbekleidung trugen, war es ein etabliertes Accessoire, ohne das die Frau nicht mehr auf die Strasse ging. Der kleine Beutel diente seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert Damen der höheren Gesellschaft zur Aufbewahrung von kleinen Alltagsgegenständen, die sie immer bei sich haben wollten, etwa ein Taschentuch, Riechsalz, Puder oder Ähnliches. Die Form blieb zunächst gleich, aber schon bald tauchten kunstvolle Variationen auf, zum Beispiel in Form einer Ananas gestrickte oder kunstvoll bestickte Beutel. Einige interessante Exemplare dieser Epoche sind in der Ausstellung zu sehen.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts tauchte dieser Beutel in der Literatur auch als Pompadour auf.
Obwohl er nach Madame de Pompadour benannt zu sein scheint, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die berühmte Maitresse Ludwigs XV. selbst je ein solches Accessoire benutzt hat, es sei denn in seiner ursprünglichen Form als Handarbeitsbeutel. Zu Lebzeiten von Madame de Pompadour trug man, wie oben erwähnt, die Necessaires in Taschen unter dem Rock. Allen Pompadours gemeinsam sind die Beutelform und der Verschluss durch ein Zugband am oberen Rand, das gleichzeitig als Aufhängung am Handgelenk dient. Der Pompadour wird heute noch zur Abend- und Brautkleidung getragen, also immer dann, wenn ins Kleid eingearbeitete Taschen nicht erwünscht sind.
1846 wurde der Metallrahmen erfunden, sodass sich die Handtasche in der Folge deutlich von ihren beutelförmigen Vorgängerinnen unterschied und eine grössere praktische und modische Bedeutung erlangte. Einige Vertreter dieses Wandels sind in der Ausstellung zu sehen. Als strapazierfähige Taschen mit Tragegriffen gefragt waren, die man auf Reisen mitnehmen konnte, wurden die ersten Handtaschen aus Leder gefertigt. Sie sahen eher wie kleine Koffer aus und hatten erstmals einen Schnappverschluss.
Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Menschen aus wohlhabenden Kreisen dank des Ausbaus der Eisenbahnstrecken vermehrt zu reisen. Dazu benötigten sie Reisegepäck. Da dieses robust sein musste, wurden erstmals Ledertaschen hergestellt. Sie waren meist mit Schlössern versehen und liessen den Inhalt der Damentasche für Männer zum immer grösseren Mysterium werden. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde mehr Wert auf Verzierungen der Taschen gelegt, beispielsweise durch Perlen oder Metallglieder. Auch der Markenschutz wurde allmählich zum Thema. Bei Louis Vuitton wurde 1896 das Logo per Hand auf die Koffer gemalt, um Nachahmungen zu vermeiden. Schliesslich hatten die Reisetaschen einen hervorragenden Ruf, den es zu verteidigen galt.

Taschen und das 20. Jahrhundert
Die Entwicklung der Handtasche im 20. Jahrhundert spiegelt den Weg der Mode im Ganzen wider. Die Veränderungen der Rolle der Frau in der Gesellschaft haben Funktion, Grösse und Form der Handtasche neu bestimmt. Sie entwickelte sich von einer kleinen Börse mit einer Kordel, die keinen wirklichen Nutzen, sondern bloss dekorativen Zweck besass, zu einer strapazierfähigen Tragetasche für die unabhängige Frau, die Schlüssel, Make-up und andere Gegenstände des modernen Lifestyles barg.
Nach dem Ersten Weltkrieg war Leder knapp und teuer, sodass sich selbst bekannte Modehäuser mit Baumwollstoffen versuchten. Gleichzeitig nahm in den 1920er Jahren der Anteil der verwendeten synthetischen Materialien stark zu. Der von den Transportsäcken der kanadischen Armee übernommene Reissverschluss wurde 1923 salonfähig. Einen modischen Höhepunkt erlebten die minimalistisch gestalteten Etui-Taschen (Pochettes), die entsprechend ihren Vorbildern aus dem 18. und 19. Jahrhundert eine kuvertähnliche Klappe hatten. In Mode waren ausserdem die altbekannten Taschen mit der von einem Rahmen bestimmten Form. Hinzu kamen exotisch aussehende Tanztäschchen sowie aus Metallgliedern gefertigte, unten zum Teil mit Fransen verzierte Netztaschen. Handtäschchen aus Metallgliedern gab es schon seit dem frühen 18. Jahrhundert. Sie blieben jedoch wegen der aufwändigen Handarbeit äusserst rar und wurden erst nach der Einführung der ersten Maschine zur Herstellung von Metallnetzgeweben im Jahr 1908 für die Allgemeinheit erschwinglich.
Männer, die bis dato oft noch die Habseligkeiten ihrer Frauen in den Jacken- und Hosentaschen verstaut hatten, wurden spätestens 1938 von dieser Aufgabe entbunden, als Elsa Schiaparelli die Laternentasche auf den Markt brachte. Sie bot ausreichend Platz für Zigaretten, Make-up, Geld und Schlüssel und hatte sogar elektrisches Licht. Dies war ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Emanzipation der Frau.
Die 1920er Jahre prägten die Handtaschenmode mit aufwändigen Bügeln und den unverkennbaren Ornamenten des Jugendstils sowie des Art déco.
Im Lauf der 1930er Jahre wandelte sich das Taschendesign allmählich, und die geometrischen Formen und Muster des Art déco wichen wieder einer verspielteren und zum Teil prunkvollen sowie auch künstlerisch hochwertigen Gestaltung. Dazu gehörten zum Beispiel Seidenapplikationen sowie kunstvolle Samt- und Chenille-Stickereien. Auch Schliessen und Bügel wurden immer aufwändiger und exotischer. Wegen der sinkenden Kaufkraft der Bevölkerung griffen die Hersteller nun aber häufiger auf Kunststoffe wie Zelluloid oder Bakelit zurück. Unterarmtaschen gehörten nach wie vor zu den bevorzugten Modellen; Abendtaschen mit antikisierenden Motiven in gedämpften Farbtönen waren der letzte Schrei. Ende der 1930er Jahre wurden die Taschen grösser und die Tragriemen länger.
Während des Zweiten Weltkriegs waren Handtaschen unerschwingliche Luxusgüter. Zu der vom Militär beeinflussten Mode mit engen Röcken, den auf Taille gearbeiteten Jacken und zu schulterlangem Haar passte die geräumige Schultertasche. Sie bot sogar Platz für die Gasmaske oder die Lebensmittelmarken. Zeitschriften ermunterten die Frauen dazu, aus Stoffresten ihre eigenen Taschen zu schneidern. In den Nachkriegsjahren sehnten sich die Frauen nach Befreiung von Einschränkung und Kargheit. Allerdings waren viele Güter rationiert. Sowohl Leder als auch Metall waren nur schwer zu bekommen. Erst gegen Ende der 1940er Jahre begann sich die Mode von den Auswirkungen des Krieges langsam zu erholen. Der französische Designer Christian Dior gab 1947 mit seinem New Look den Startschuss zu einer neuen Ära. Zu den extravaganten langen Röcken, den eng sitzenden Oberteilen, den hohen Absätzen und den damenhaften Hüten passte nur das schmale, schlanke, kleine Handtäschchen. Bis in die 1950er Jahre hinein blieben Handtaschen teure Luxusartikel. Dann aber überschwemmten Modelle aus preiswerter Massenproduktion den Markt. Dabei handelte es sich um billige, abwaschbare Plastiktaschen.
Zeitgleich waren im Luxussegment Taschen aus Krokodilleder wieder angesagt.
Ab den 1950er Jahren kamen aus den USA moderne Materialien wie Nylon, wasserfestes PVC oder Kunstleder. Für Griffe und Verschlüsse verwendete man nun gerne Hartplastik. Aber auch Kombinationen aus Plastik und Metall, bedruckte und beschichtete Papiere sowie synthetische Stoffe aller Art waren nichts Ungewöhnliches. Die neuen Modetrends mit Miniröcken und Hosenanzügen verlangten auch nach einem neuen Stil in der Taschenmode. Kleine, kompakte Taschen, die an langen Schulterriemen baumelten, waren jetzt der absolute Renner. Die Handtaschen zeigten in diesem Jahrzehnt meist kantiges Profil. Neben sich nach oben verjüngenden Rahmenhandtaschen mit breitem Boden bestimmten allerlei kasten- und
schachtelförmige Behältnisse mit Griff, Bügel oder Schlaufe die Mode. Eine andere Antwort auf die Lederknappheit waren die geräumigen, aus Stroh und Bambus geflochtenen Korbtaschen aus dem sonnenfrohen Italien, die auch in Amerika Furore machten. Die Handtaschen für die elegante Dame wurden wieder kleiner und zierlicher; Pompadours mit Schlaufe und Unterarmtaschen sowie EtuiTaschen für den Abend waren en vogue.
Ende der 1970er Jahre waren Nostalgie und verspielte Romantik der absolute Trend. Dazu kam der Folklore- und Country-Look in Mode. Nun gehörten auch in den Grossstädten Schulsäcke, Angeltaschen und robuste Umhängetaschen mit Metallbesatz zum Outfit.
In den 1970er und 1980er Jahren begannen neben Manufakturen immer mehr grosse Modehäuser und Designer, eigene Taschenkollektionen mit absolutem Kultstatus zu entwerfen. Yves Saint Laurent, Gianni Versace, Alexander McQueen, Gucci, Hermès, Fendi und Miu Miu sind jeder handtaschenverliebten Frau ein Begriff. Trotz aller Innovationsfreude konnten aber auch einige ältere Modelle ihren Klassikerstatus behaupten. Die Formenvielfalt der Handtaschen kannte keine Grenzen mehr – von gross und kantig bis klein und verspielt. Die Mode des 20. Jahrhunderts bot die passende Handtasche für jeden Geschmack und Stil. Eine bis dahin nicht gekannte Fülle machte den Taschenkauf zu einem ganz besonderen Event. Kaum eine Frau gibt sich heute mit nur einer Handtasche zufrieden.
Die Veränderungen, die das Leben der Frauen in den letzten Jahrzehnten erfuhr, stellten natürlich auch neue Ansprüche an ihre Tasche. Neue Materialien wie Nylonfasern oder wasserfestes Leder sowie ausgeklügelte Befestigungen für Henkel, Bügel und Verschlüsse erlaubten einen täglichen, strapazierenden Gebrauch der Taschen. Auch die Tascheninhalte änderten sich radikal. Nun trugen Frauen Handys, Tablets oder Laptops mit sich, was wiederum einen Einfluss auf das Design hatte.

Die Handtasche als Kultobjekt
Im 19. Jahrhundert setzte die Entwicklung der Handtasche zu einem Statussymbol ein und erreichte im 20. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Ab den 1950er Jahren hatte jedes Jahrzehnt eine Kulttasche. Dies fing an mit der Haut à Courroies von Hermès, seit 1956 eher bekannt als Kelly Bag. In den 1960er Jahren erlangten die mit Metallpailletten besetzten Schultertaschen von Paco Rabanne Kultstatus. Diesen Rang erstritten sich in den 1970er Jahren die Taschen von Gucci oder Fendi mit den auffälligen Firmenlogos und Monogrammen. In den 1980er Jahren mussten sich ein funktionaler Prada-Rucksack und mondäne Chanel-Taschen den Kultstatus teilen. Im Unterschied zu den vergangenen Jahrhunderten, in denen sich die Taschenmode viel langsamer entwickelt hat und man jahrelang das gleiche Exemplar tragen konnte, ist die Tasche heute zu einem modischen Accessoire geworden, das sich von Saison zu Saison verändert und bei dem die Modemarken nach wie vor den Ton angeben. Seit den 1990er Jahren sind Taschen, Schuhe, Parfüms und Sonnenbrillen die entscheidende Einnahmequelle für die Modehäuser und ein wichtiges Instrument zur Stärkung ihrer Marke. Diese Accessoires waren auch für ein breiteres Publikum erschwinglich.
In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre bekam sogar jedes Jahr seine Kulttasche. 1996 waren es Kate Spades Mehrzwecktaschen, 1998 kam man nicht an der Baguette von Fendi vorbei und 1999 war die Prada Bowling Bag das Must-have. Die Etui Graffiti von Louis Vuitton war die Kulttasche des Jahres 2000. Und 2001 kämpften die Birkin Bag von Hermès sowie das Modell Trailer von John Galliano für Dior um diesen Titel.

Der Liebling von Frauen, nun von Designern kreiert
Seit dem 21. Jahrhundert scheinen der Kreativität kaum mehr Grenzen gesetzt zu sein. Immer ausgefallenere Designs und extravagantere Materialien werden für neue Handtaschenkreationen verwendet. Mehrere dieser angesagten Designertaschen von über 60 Künstlern aus 19 Ländern sind in der Ausstellung zu sehen.
Heute ist eine breit gefächerte Auswahl an Handtaschen ganz selbstverständlich. Farben, Formen und Materialien ermöglichen es, durch das Tragen einer Handtasche nicht nur den eigenen Stil zu finden, sondern auch die Persönlichkeit zu unterstreichen. Für jede Stimmung und jeden Anlass steht die richtige Handtasche bereit.
Bei allem historischen Wandel blieb etwas gleich: Die Tasche ist für beide Geschlechter ein höchst persönlicher Gegenstand. Sie ist das Behältnis, in dem wir aufbewahren und mit uns nehmen können, was zu uns gehören soll. Was die Zukunft bringt, ist nicht absehbar. Die Mode ist in einem steten Wandel und nichts ist unmöglich. Vielleicht entdecken sogar die Herren die bestickte Handtasche wieder.

Die Tasche als Kunstobjekt
Längst ist die Tasche auch in der Kunst angekommen. Es gibt immer wieder Kooperationen von grossen Modehäusern mit namhaften Künstlern, wie zum Beispiel zwischen dem US-Künstler Jeff Koons und Louis Vuitton oder zwischen dem Haus Longchamp und der britischen Künstlerin Sarah Morris. In der Ausstellung sind auch Taschen ausgestellt, die als reine Kunstwerke zu sehen sind.
Dazu gehören sicher die weisse Chanel-Tasche aus Alabaster von Barbara Ségal oder auch das Werk des niederländischen Konzeptkünstlers Ted Noten Grandma’s Bag Revisited von 2009. Bei dieser Acryltasche ist das Oberteil funktionsfähig und stammt von Louis Vuitton. Beide Arbeiten sind Einzelstücke. Die Werke der Künstler findet man in Museen und namhaften Galerien auf der ganzen Welt.

Die ultimativen und zeitlosen It-Bags
Alle Modehäuser hoffen in jeder Saison aufs Neue, die It-Bag zu präsentieren: die ultimative Tasche, die von einem berühmten Filmstar, Popstar oder Model getragen wird und die jede Frau haben muss. Manche Taschen sind Klassiker wie die begehrte Kelly Bag oder die Birkin Bag, beide von Hermès, oder die Lady-Dior-Tasche des Modehauses Dior.
Die Kelly Bag verdankt ihren Namen und ihre zunehmende Beliebtheit der Tatsache, dass Grace Kelly, berühmter Hollywoodstar und spätere Fürstin von Monaco, immer wieder damit gesehen wurde. Sie trug die Tasche am Tag ihrer Verlobung mit Fürst Rainier im Jahr 1955. Die Kelly Bag wird bis heute in zahlreichen Varianten produziert. Sie gilt als eines der bekanntesten Damenhandtaschenmodelle überhaupt und steht für Noblesse sowie einen zurückhaltend guten Geschmack. Die Birkin Bag ist eine seit 1984 in Handarbeit gefertigte Damenhandtasche der LuxusModemarke Hermès, die nach der Schauspielerin Jane Birkin benannt ist. Diese beiden Taschenmodelle sind nicht nur vielfach nachempfundene und oft gefälschte Klassiker des Modedesigns, sondern aufgrund des hohen Preises und der geringen Anzahl angefertigter Exemplare auch Statussymbole. Anders als eine It-Bag, die nach kurzer Zeit aus der Mode kommt, sind Birkin Bags und Kelly Bags auch nach über 25 Jahren immer noch begehrt und erzielen hohe Wiederverkaufserlöse. Diese Modelle werden bereits als Wertanlage angesehen.
Die Chanel 2.55 wird vom Modehaus Chanel seit 1955 und teils in abgewandelter Form bis heute produziert. Coco Chanel soll sich schon in den 1920er Jahren Gedanken über praktische Umhängetaschen mit Schulterriemen gemacht haben. Die 2.55 kam jedoch erst im Februar 1955 auf den Markt und wurde nach diesem Erscheinungsdatum benannt. Bis dahin waren elegante Damenhandtaschen in der Regel mit einem kurzen Henkel ausgestattet und wurden mit der Hand oder am Unterarm getragen. Taschen mit Schulterriemen waren dagegen für eher ordinäre Zwecke in Gebrauch und wurden meist von Männern benutzt, etwa von Soldaten. Eine Damenhandtasche mit Schulterriemen bedeutete, dass ihre moderne Trägerin die Hände frei hatte und nicht Gefahr lief, die Tasche zu verlieren, da sie sie nicht ständig abstellen und wieder aufnehmen musste. Als die 2.55 im Jahr 1955 vorgestellt wurde, galt sie daher als Sensation. Während dieser ursprüngliche Entwurf die Funktionalität zum Ziel hatte, ist die Chanel 2.55 heute zum Inbegriff eines Luxusgegenstands geworden, der nicht wegen seiner praktischen Gestaltung gekauft wird, sondern die Trägerin als teures Accessoire schmücken soll. In der Ausstellung sind einige Exemplare dieser drei Taschenikonen in verschiedenen Ausführungen zu sehen.

Formen, Materialien oder Einsatzzweck als Namensgeber
Es gibt Taschen aus Leder, Metall, Leinen, Samt und Seide, teilweise aufwändig mit Gold- und Silberfäden, Perlen, Applikationen und Bändern verziert. Manchmal ist das Material auch der Namensgeber für eine Tasche wie bei der Acetat-, der Leder-, der Filz- oder der Strohtasche. Aber auch die Form bzw. das Aussehen kann zum Namen der Tasche werden wie im Fall der Trapeztasche, der Retro-Bag, der Henkeltasche oder der Beuteltasche. Taschen können aber auch nach ihrem Einsatzzweck benannt werden wie der Shopper, der Rucksack, die Abend-, die Umhänge- oder die trendige Bauchtasche. Auch die Luxuslabels haben mittlerweile den Rucksack für sich entdeckt. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die unglaubliche Vielfalt der Taschenwelt.

Die Leihgeber der Sonderausstellung

Diese einzigartige Sonderausstellung zur Kulturgeschichte der Tasche wurde nur möglich mit Leihgaben von Privatpersonen aus der Region, wie unter anderem Frau Daniela Spillmann, sowie Organisationen und Museen aus England und der Niederlande. Zusammen mit der museumseigenen Sammlung sind so über 300 Taschen von 1550 bis heute zu sehen. Hier einige Infos zu den beteiligten Museen.
Hampshire Cultural Trust, England
Hampshire Cultural Trust, Hampshire County Council Collections betreut über 2,5 Millionen historische Objekte, von funktionierenden Dampfmaschinen bis hin zu zerbrechlichen alten Artefakten. Die Sammlungen erzählen die Geschichten der Menschen, die seit Tausenden von Jahren bis heute in Hampshire lebten.
Forschern stehen die Sammlungen zur Verfügung, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Von Hampshire Cultural Trust können in dieser Sonderausstellung 56 Leihgaben von 1800 bis 1910 bewundert werden.
Tassenmuseum Amsterdam, Niederlande (Taschenmuseum Amsterdam)
Alles begann mit einer einzigen Handtasche. Diese machte Hendrikje und Heinz Ivo zu leidenschaftlichen Sammlern und bald auch zu Kennern von Handtaschen. Im Lauf der Jahre entstand eine Privatsammlung von so aussergewöhnlicher Qualität, dass sie diese mit dem Rest der Welt teilen wollten. Dies war der Beginn des Museums für Taschen und Geldbörsen.
Das grösste Taschenmuseum der Welt befindet sich seit 2007 in einem Haus voller Geschichte aus dem 17. Jahrhundert an der Herengracht in Amsterdam und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Grachtengürtel Amsterdam.
Das Museum beherbergt eine beeindruckende Kollektion bestehend aus über 5000 Taschen. Jede erzählt ihre eigene Geschichte über Mode, Design, Handwerkskunst und Techniken vom 16. bis zum 21. Jahrhundert. Nirgendwo anders sind so viele wundervolle, wertvolle, verspielte und überraschende Taschen an einem Ort versammelt.
Für diese Sonderausstellung hat uns das Taschenmuseum Amsterdam 27 Taschen aus seiner einzigartigen Sammlung aus der Zeit von 1550 bis 2011 zur Verfügung gestellt.
The Dutch Leather and Shoe Museum, Niederlande
Der Initiator dieses Museums war Antoon Hendriks, Schuhmacherlehrer an der Höheren Lehranstalt für die Schuh- und Lederindustrie und leidenschaftlicher Sammler zahlreicher Objekte rund um Schuhe und die Schuhindustrie. Er zeigte einen Teil seiner Kollektion während der SLEMAusstellung über Schuhe, Leder und Mode von 1953 und begeisterte eine Reihe von Schuhherstellern, die eine Stiftung gründeten. 1954 wurde in einem viel zu kleinen Gebäude das Archäologische Museum für die Schuh- und Lederindustrie eröffnet und 1960 zog das Unternehmen in die ehemalige Heimat des Lederherstellers Witlox an der Grotestraat 148. Auch dieses Haus wurde zu klein und 1983 zog das Museum ins Gebäude des ehemaligen Schuhherstellers Pinocchio. Zu diesem Zeitpunkt erhielt es auch seinen heutigen Namen. Die Sammlung wurde weiter ausgebaut, darunter auch mit einer Reihe von Grossmaschinen. Im Moment ist das Haus geschlossen und soll nach einer kompletten Umgestaltung und Restrukturierung 2021 wiedereröffnet werden.

Kinderbooklet, Workshop und Wettbewerb
Unsere jungen Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, mit unserer kleinen, süssen Tascha und einem Booklet die Ausstellung zu erkunden. Die rosa Taschenfreundin stellt Fragen zum Thema Taschen, ihren Künstlern und zur Geschichte. Keine Angst, die Lösungen sind keine Hexerei – es braucht nur offene Augen, etwas Geduld und vielleicht einmal die Mithilfe eines Erwachsenen.
In unseren Workshops im Rahmen der Sonderausstellung können Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren ihre eigene Tasche gestalten. Wer besitzt schon eine Tasche, die sonst niemand hat? Wohl nur die allerwenigsten. Das kann sich aber ganz schnell ändern. Einfach vorbeikommen und mitmachen. Unterschiedene Materialien wie Knöpfe, Schmetterlinge, Blumen oder Pompons und eine kleine, naturfarbene, trendige Strohtasche werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
In unserem Wettbewerb suchen wir gemäss dem Motto der Sonderausstellung Taschen – Ikonen & Wertanlagen die ungewöhnlichsten, abenteuerlichsten oder extravagantesten Taschenkreationen.
Die zur Teilnahme am Wettbewerb benötigte Tasche wird ab dem 19. Oktober 2019 im Spielzeug Welten Museum Basel kostenlos abgegeben. Also packt die Ideen aus. Alle Taschen werden im Januar 2020 in unseren Schaufenstern zur Jurierung ausgestellt.

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